African Wax Print
Kommentar 1

So wird African Wax Print hergestellt (2 von 5)

NEU: English version below

Ihr Lieben,

es geht weiter hier in dieser kleinen Blogserie zum Thema African Wax Print. Und wie auch beim ersten Mal ist Colin Bien, Gründer und Geschäftsführer von Truefabrics dabei und hilft mir dabei, zu klären, wie eigentlich African Wax Print hergestellt wird.

Wax Print – die meisten von uns, einschließlich mir selbst, denken wahrscheinlich, dass auf den Stoffen eine Wachsbeschichtung aufgebracht ist. Klingt ja logisch bei dem Namen.  Aber nein.

Diese Stoffe heißen Wachsprints, weil die Prints, also Muster, ursprünglich mit Hilfe von Wachs oder Harz oder Stärke auf die Stoffe gebracht wurden.

Nachdem ich im letzten Post dieser Blogserie einiges über die Ursprünge und die Beschaffenheit von African Wax Print geschrieben habe, soll es in diesem Post darum gehen, was den Wax Print ausmacht – nämlich seine einzigartige und aufwändige Herstellung.

Los geht´s. Colin Bien von Truefabrics gibt uns die Antwort 🙂

Wie wird eigentlich African Wax Print hergestellt?


So wird African Wax Print hergestellt

 

 

Die Art und Weise wie die klassischen afrikanischen Wax Print Stoffe hergestellt werden, geht auf J. B. Previnaire zurück, einem Drucker des 19. Jahrhunderts in Belgien.

 

Inspiriert durch javanische Wachsdrucktextilien, die in dieser Zeit vor allem durch Kolonialkriege in Java mehr und mehr Menschen erreichten, benutzte Previnaire eine französische Banknotendruckmaschine, um ein Verfahren zum Bedrucken von Stoffen zu entwickeln, bei dem Harz auf beide Seiten des Stoffes aufgetragen werden.

Um mit Wachs bedruckte Stoffe herzustellen, werden Textilien – meist Baumwolle – mit einem Wachsharz versehen, bevor diese in den Farbstoff eingetaucht werden. So kann der Farbstoff von den mit Wachs bedeckten Teilen des Gewebes wieder ablaufen. Dieser Vorgang wird wiederholt, bis das gewünschte mehrfarbige Design auf den Stoffen aufgetragen ist.

Für jede Farbe innerhalb eines Designs sind mehrere Stempelblöcke erforderlich.

Für jede Farbe innerhalb eines Designs sind mehrere hölzerne Stempelblöcke erforderlich. Der Stoff wird in Anschluss an diesen Prozess gekocht, um das Wachs vollständig zu entfernen.

Wow. Danke Colin.


 

Da ich ein unwahrscheinlich visueller Mensch bin, habe ich das mal für uns Nähnerds mal vereinfacht veranschaulicht.

03-2018-Infografik-AfricanWaxPrint-Blog

Nun kann man sich vorstellen, dass bei mehrfarbigen Wachsprints da mal schnell mehrere (bis zu 25) Arbeitsschritte zusammen kommen – damit ist dieses Verfahren eines der aufwändigeren Stoffprint-Verfahren.
Die Schritte Auftragen, Färben und Auswaschen wechseln sich dabei immer ab. Die holländischen Originale (moment, wenn ihr Euch jetzt fragt, warum holländisch, lest hier zur Geschichte der Stoffe nach – ich verspreche einen Aha-Effekt) – also die holländischen Originale werden leider in Zeiten der Globalisierung oft nachgeahmt und mithilfe weniger aufwändigen Verfahren imitiert („Fancy“-Stoffe; „Java-Print“-Stoffe). Dabei werden die Muster aber meist digital aufgedruckt.
Eine schöne Illustration und einen Blick hinter die industriellen Fertigungsprozesse gibt der holländische Hersteller VLISCO . Sehr anschaulich und farbenfroh.
Woran erkenne ich und ihr nun einen „echten“ Wachsprint? Das frage ich im nächsten Post mal wieder Colin. Gemeinsam stellen wir Euch die Erkennungsmerkmale von echtem African Wax Print vor.

Ihr wollt noch mehr über African Wax Print wissen? Stay tuned!

In den kommenden Wochen und Monaten gehen wir der Herstellungsweise, der Symbolkraft und der Alltagstauglichkeit der bunten Stoffe auf den Grund.

Mein Tipp:

  1. Abonniere meinen Blog oder folge mir auf Instagram, dann kannst Du nix verpassen. Und das gute ist, dort finden auch tolle andere Themen rund ums Nähen statt.
  2. Schaut auch bei Truefabrics.de vorbei und lasst Euch von den wundervollen echten African Wax Prints verzaubern.

So, und jetzt zum Abschluss nochmal alle kommenden Themen im Überblick:

03-2018-chapter-02

2. Wie wird African Wax Print hergestellt?

3. Woran erkenne ich einen echten African Wax Print beim Kauf?

4. Wie wird African Wax Print alltagstauglich oder was lässt sich alles wunderbar daraus machen.

5. Und das beste zum Schluss – LINKPARTYYY:)


 

Ich hoffe, ihr fandet das wieder genauso spannend wie ich.
Ich freue mich wieder auf Eure Kommentare uns Anregungen.

Herzlichst Eure

lovewhatyoudo-3

**
Das ist eine Kooperation, bei der ich kein Geld oder Sonstiges im Austausch bekomme. Ich habe Colin Bien einfach angeschrieben, ob er Lust hat, diese Serie mit mir zu machen. So hat er sich bereit erklärt, mir Rede und Antwort zu stehen. Alle Nennungen sind durch mich redaktioniert und zeigen meine Meinung und Geschmack va. bei der Stoffwahl.
**


For my english speaking Followers

Hey Sweeties,
it continues here in this little blog series about African Wax Print. And as with the first time, Colin Bien, founder and CEO of Truefabrics, is there to help me clarify how African Wax Print is made. Most of us, including myself, are likely to think that there is a wax coating on the fabrics. Sounds logical with that name. But no.
These fabrics are called wax sprints, because the prints, ie patterns, were originally applied to the fabrics with the help of wax or resin or starch. After writing in the last post of this blog series on the origins and nature of African Wax Print, this post is about what makes the Wax Print – namely its unique and elaborate production.
Here we go.
Colin Bien from Truefabrics gives us the answer 🙂

How is African Wax Print made?

The way in which the classic African wax print fabrics are made goes back to J. B. Previnaire, a 19th century printer in Belgium.
Inspired by Javanese wax-printed textiles, which were reaching more and more people during this period, especially through colonial wars in Java, Previnaire used a French banknote printing machine to develop a process for printing on fabrics by applying resin to both sides of the fabric. To make fabrics printed with wax, textiles – usually cotton – are provided with a wax resin before they are immersed in the dye. Thus, the dye can drain away from the wax-covered parts of the fabric. This process is repeated until the desired multicolor design is applied to the fabrics.
Each color within a design requires multiple wooden stamping pads. The fabric is cooked following this process to completely remove the wax.
Wow. Thanks Colin.

 

Since I am an unlikely visual person, I have illustrated this for sewing nerds like us.

03-2018-Infografik-AfricanWaxPrint-Blog-english

Now you can imagine that in multi-colored wax sprints because sometimes quickly come together (up to 25) steps – so this process is one of the more elaborate print methods. The steps Apply, Dye and Wash out always alternate. So the Dutch originals are unfortunately often imitated in times of globalization and mimicked with less elaborate procedures („Fancy“ fabrics; „java print“ fabrics). The patterns are usually digitally printed.

A beautiful illustration and a look behind the industrial manufacturing processes gives you the Dutch manufacturer VLISCO. Very vivid and colorful.

How can I and you now recognize a „real“ wax sprint? I’ll ask Colin again in the next post. Together we will introduce you to the distinguishing features of real African Wax Print.

You want to know more about African Wax Print?

In the coming weeks and months, we will get to the bottom of the production method, the symbolic power and the everyday wearability of the colorful fabrics.

  1. Subscribe to my blog or follow me on Instagram, then you can not miss anything. And the good thing is, there are also great other topics around sewing.
  2. Also visit Truefabrics.de and let yourself be enchanted by the wonderful real African wax prints.

So, and now finally again all upcoming topics at a overview:

1. What is African Wax Print and where does it come from?

2. How is African Wax Print made?

3. How do I recognize a real African Wax Print when buying?

4. How is African Wax Print werable for everyday use or what makes it wonderful?

5. And the best for last – Linkpartyyy:)

I hope it’s just as exciting for you as it is for me. I also like to include your questions or suggestions in this blog post series. Just use the comment feature or write me on Instagram.

Sincerely Your

lovewhatyoudo-3

**
This is a cooperation in which I get no money or other in exchange. I simply wrote to Colin Bien if he would like to do this series with me. So he agreed to answer my questions. All entries are edited by me and show my opinion and taste, especially in the choice of materials.
**

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1 Kommentar

  1. Pingback: Was ist African Wax Print? (1 von 5) | Cut Sew Love

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