Upcycling
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Upcycling Body – Eine verflixte Naht

Ihr Lieben,

endlich kann ich diesen Post schreiben. Lange lange habe ich gebraucht – für letztendlich eigentlich nur eine Naht. Aber die hatte es in sich. Warum? Lest einfach weiter.

Die Idee

Zum 555-Follower Jubiläum auf Instagramim April habe ich ein Gewinnspiel veranstaltet und gewonnen hat Kerstin von Aschenputtel Fashion. Kerstin war auch schnell und hat mir ihr „altes Lieblingsstück“ geschickt – ein Spitzenhängerchen.

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Spitzenhängerchen vor dem Upcycling

An Spitze habe ich mich noch nie herangetraut. Das sieht immer super aus, aber die Verarbeitung stellte ich mir nicht so easy vor. Aber nun war sie da. Gott sei dank auch die Idee, was damit passieren soll. Auch Kerstin war begeistert, aus dem Kleid einen Body zu machen. Ich konnte mir einen solchen Spitzenbody prima zu High-Waist Jeans oder Tellerrock vorstellen.

Fragen an Kerstin von @aschenputtelfashion

Warum war das Kleidungsstück ein Lieblingsstück? Was verbindest du damit?

Es war Liebe auf den ersten Blick. Ich denke das kennt jedes Mädchen: Dieser Moment in dem man etwas sieht und sich sein Leben ohne dieses Etwas (Kleid, Schuhe, Handtasche, ….J)  nicht mehr vorstellen kann. Natürlich verpackt mit dem Satz: „Oh so etwas brauchte ich doch schon immer!!!“ (Damit der Freund auch nicht meckern kann 😉 )

Ich hatte es in dem Katalog von 3 Suisses gesehen. Sie hatten es einfach so genial kombiniert, dass ich es mir einfach bestellen MUSSTE.

Mit dem Kleid verbinde ich…

eine Veränderung in meinem Leben. Ich war immer sehr Mädchenhaft von meinem Verhalten und meinem Kleidungsstil, aber zu der Zeit haben sich viele Dinge in meinem Leben geändert und auch ich habe mich weiter entwickelt.

Als ich das Model in diesem Katalog sah: Enge Leggins, hohe Schuhe, machte es bei mir „Klick“. Weg mit den Blümchenkleidern und somit begann die Zeit der Lederjacken, körperbetonten Kleider und High Heels. Ich fühlte mich weiblicher und selbstbewusster und wie kann man sein Inneres besser ausdrücken als mit der Kleidung?

 

Das Material

Um aus dem Kleid einen Body zu machen, habe ich mit vorher nur 3 grobe Schritte überlegt.

  1. Abschneiden: Dazu braucht man eine Schere.
  2. Mehrweite reduzieren, also Abnäher einnähen, um das Oberteil auf Oberkörperweite zu bringen: Dazu braucht man Stecknadeln und eine Nähmaschine. Ein Kleid oder einen Bluse mit Abnähern in der gleichen Größe erleichtert das Positionieren der Abnäher, da kann man sich die Stelle einfach abgucken.
  3. Slip annähen: Dazu braucht man einen Slip, nicht zu tief geschnitten, aber auch nicht unbedingt eine Oma-Buxe.

Schritt 1 ging wie geschmiert.

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Der erste Schnitt.

Einfach knapp über Hüfthöhe abschneiden. Das habe ich auch nochmal mit dem Slip verglichen. An der Bundhöhe des Slips habe ich das Kleid abgeschnitten.

Schitt 2 war auch leichter als gedacht.

Jeweils 2 Abnäher vorn und zwei Abnäher hinten machten das ausgestellt Hängerchen zu einem Top.

Nun kam Schitt 3.

Ach so einen Slip ans Oberteil nähen, kann nicht so schwer sein. Overlock an, Slip festgesteckt und …

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Falsch zusammengenäht.

… falsch herum zusammengenäht. Menno. Aber eigentlich auch gut – dachte ich, kratzt wenigstens keine Naht innen. Also Folgeidee: Schrägband zum Überdecken der Naht.

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Fehler kaschieren – ein Versuch mit Schrägband.

Und das Ergebnis ging leider gar nicht – nämlich gar nicht über die Puppe. Durch das Schrägband war die Naht nun so unelastisch, dass da nix mehr ging. Beim Anprobieren an der Puppe wunderte es mich dann nicht, dass die ersten Fäden rissen.

Nun gut. Also Alles wieder auftrennen – neuen Slip besorgen und von vorn anfangen.
Klingt so einfach – aber wenn Urlaub und Ferienzeit dazwischen kommen und ein kleines Nähtief sich dazwischen schummelt, kann es schonmal dauern, bis ich mich wieder an ein fast fertiges, aber irgendwie kompliziertes Projekt zurücktraue. Also lag es erstmal ewig hier rum. Doch der richtige Nähtag mit dem richtigen Nähfeeling sollte kommen. Und dann war er da.

Beim 2. Versuch habe ich dann das Oberteil zuerst abgekettelt mit der Overlock und dann den Slip mit der guten alten Zick-Zack-Naht ans Oberteil genäht.

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Der gute alte Zick-Zack-Stich.

Und siehe da, die Anprobe klappte. Die Farbkombination gefällt mir jetzt sogar noch viel besser, als nur Schwarz. Also hatte mal wieder alles seinen Sinn.

Fragen an Kerstin von @aschenputtelfashion

Was bedeutet Upcycling für dich?

Geldersparnis
Upcycling war und ist für mich eine gute Alternative sich schön und modern zu kleiden ohne viel Geld für teure, neue Kleidung aus zu geben.
Ich finde gerade für Frauen und Männer, die nicht so viel Geld im Monat zur Verfügung haben, ist das eine super Möglichkeit. Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass an dem Sprichwort: „Kleider machen Leute.“ schon oft etwas Wahres dran ist.

Anti Massenkonsum
Ich finde die Mode ist so schnelllebig und wenn ich danach ginge könnte ich jede Woche hunderte von Euros in den Klamottenläden lassen, aber wenn ich mir dann Reportagen im Fernsehen ansehe, wie die Arbeitsbedingungen in den Produktionsstandorten teilweise sind, dann bricht einem das schon das Herz. Es ist schön zu wissen, dass ich einen kleinen Beitrag dazu leisten kann die Natur und den Menschen ein wenig mit zu schützen.

Das Ergebnis

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Der Upcycling-Body – klein aber oho!

Auf ein Tragefoto müssen wir noch etwas warten. Das gute Stück ist gerade auf dem Weg zurück zu Kerstin. Und wenn es ihr denn dann passt, gibt es bestimmt noch ein Tragefoto für uns 🙂

Ich bin froh, dieses kleine feine Projekt abschliessen zu können – aber wie heißt es immer: Klein aber oho! Das trifft hier definitiv zu.

Fragen an Kerstin von @aschenputtelfashion

Was ist Kreativität für dich?

Ich wüsste nicht was ich ohne sie tun würde. Ich liebe es vor Ideen zu sprudeln und weiß auch, dass das eine tolle Fähigkeit ist. Vor allem macht das mein Leben so viel lebenswerter und bunter. Mir wird einfach nie langweilig. Ich liebe es meine Kreativität in meiner Kleidung ausleben zu können. Ich kann mich und meine Gefühle in vielen Bereichen ausdrücken und das wäre alles viel schwerer, wenn ich nicht so kreativ wäre.

Deine Lieblingsblogs zum Thema?

Ehrlich gesagt gibt es da keine Speziellen, denn ich lass mich meistens von vielen verschiedenen Blogs inspirieren. Ich durchstöbere das Netz und finde immer irgendwelche schönen Fotos, die ich mir dann bei Pinterest erstmal speichern kann 🙂

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Kerstin von @aschenputtelfashion in dem Spitzenhängerchen

Danke Kerstin für Deine Geduld. Manchmal muss ich eben warten, bis das Nähfeeling stimmt. Geht Euch das auch manchmal so?

Habt alle ein gemütliches Wochenende.

Eure Anne

PS: Bitte entschuldigt die Fotoqualität in letzter Zeit. Mein Nähbereich stand unter Wasser, sodass wir jetzt erstmal Trocknungs- und Sanierungsarbeiten statt Näh- und Fototisch haben. Bis alles wieder trocken ist, muss ich improvisieren.

 

***
Verlinkt beim Freutag! Und bei der Blogparty von alt-trifft-neu.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in: Upcycling

von

Ich bin Anne, lebe seit ein paar Wochen im schönen Bergischen Land und ich liebe das Nähen. Dabei vor allem das Weiterverwenden vorhandener Materialien - Upcycling. Ich nähe aus Deinen abgelegten Erinnerungsstücken ein neues Lieblingstück für Dich. In meinem Blog schreibe ich über die Näh-Projekt und die Menschen hinter den Lieblingsstücken - also gern auch über Dich.

2 Kommentare

  1. He Anne. Einfach unglaublich wie viel Durchhaltevermögen du hast. Ich hätte schon längst irgendwann auf gegeben. Der Beitrag ist total toll geworden und auch der Body sieht toll aus. Und klar sobald ich Zeit habe werde ich ein Tragefoto für euch machen ❤ Vielen lieben Dank :-*

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