Massgeschneidert-by-me, Nähen
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Mein erster Grundschnitt – Fluch und Segen

Heute ist ein besserer Tag zum Schreiben? Na mal gucken.

Ich schreibe diesen Post schon zum 3. Mal. Warum? Ich treffe irgendwie nicht genau das, was ich Euch und mir sagen will. Klingt kompliziert, oder? Bin ich aber eigentlich garnicht, deswegen wundere ich mich ja selbst.

Ich probier es mal mit den Dingen, die ich in diesem Post nicht will. Vielleicht ist das einfacher.

Ich will keine Anleitung schreiben.
Genau. Es gibt so viele tolle Anleitungen zum Erstellen eines Grundschnittes. Ich habe mir das Buch Schnittkonstruktion in der Mode: Grundschnitte von Teresa Gilewska ausgesucht. Mein Mann hat mir das im letzten Jahr geschenkt. Da muss ich also nicht noch eine Anleitung verfassen. Was ich eher will, ist mich und Euch davon zu berichten, was ich für Schwierigkeiten hatte, welche Aha-Effekte sich ergaben und welche Probleme ich allein nicht gelöst bekommen habe. Natürlich erzähle ich auch von den ganzen tollen Dingen, Erfolgserlebnissen und und und.

Ich will keinen Huschi-Huschi-Post schreiben.
Quatsch. Mensch Anne, das will doch keiner. Aber ich merke, dass es mir alles nicht schnell genug geht. Ich muss mich in Geduld üben, und das ist auch mal gut so. Ich begreife langsam, dass eben bei der Massschneiderei keine Schnelligkeit sondern Exaktheit und Geduld zählen. Ehrlich gesagt, ist das die größte Herausforderung, der ich mich dabei stellen werde. Geduld und Genauigkeit löffel ich ab sofort am Nähtisch mit dem ganz großen Löffel. Und da viele viele Versuche erstmal schiefgehen, wird es nicht immer das perfekte Foto geben können.

Und was willst Du dann?

Ganz einfach. Ich will den perfekt sitzenden Rock nähen, in dem tollsten Stoff auf dieser Welt, mit einer high-end Spitzenverarbeitung an „allen“ Nähten und mit den echten Profi-Tricks. Und ich will Euch davon berichten, wie ich diesem Ziel näher komme.

So, es ist raus. Na endlich.

Dann können wir ja mal zum Eigentlichen kommen. Der Grundschnitt, warum und wieso eigentlich? Ich erhoffe mir, einfach eine Passgenauigkeit hinzubekommen, die mir mit den bisherigen Konfektionsschnittmustern nicht gelingt. Hier und da passt es immer nicht so genau. Damit soll Schluss sein. Der zweite Punkt ist, ich will verstehen. Ich will verstehen, wie das alles genau funktioniert. Wie ist die Logik, die Konstruktion und das ganze Große hinter einem Schnitt.

Beim Podcast von Muriel von Nahtzugabe 5 cm zum Thema Grundschnitt mit Immi und Mema gab es neben vielen vielen vielen Tipps auch den, der mich endlich loslegen lies: Fang mit dem Rock an!

Echt jetzt? Na wie passend. Röcke ist mein Thema. Röcke sind wunderbar. Und wenn es auch noch das geliebte Kleidungsstück ist, das den Anfang machen darf, steigt die Motivation sprunghaft. Jaaaa, ein Grundschnitt für einen Rock.

Bäämmmm….der erste Versuch ging so richtig gegen den Baum. Warum? Ich habe mich, im Nachhinein gesehen, einfach schön-gemessen. Ihr fragt Euch jetzt bestimmt, wie blöd muss man den sein, aber ich war einfach schusselig, schludrig und schwups war meine Hüftweite um 5 cm kleiner als in Echt. Da kann auch Nix passen. Wenn man dann auch noch die Logik der vorderen Abnäher nicht versteht, ist das Ergebnis nur noch für den Mülleimer.

Also nochmal von vorn. Und der zweite Versuch sah schon um Längen besser aus.
Ich habe diesen Grundschnitt auch gleich Probegenäht (aus alter Bettwäsche) und…

Bääämm…der zweite Showstopper folgte prompt. Die Abnäher. Ich habe nicht gewusst, dass Abnäher eine Wissenschaft für sich sind. Ein Rock hat hinten und vorn jeweils zwei Abnäher, wenn er aus Webware genäht werden soll und man ein normales Hüfte-Taille-Verhältnis hat. Die Abnäher sorgen dafür, dass sich der Rock schön an den Körper legt an den runden Stellen. Aber ich habe mir vorher nie so richtig Gedanken gemacht. Nun stiezelten aber an meinem Rock die vorderen Abnäher so komisch vorne raus, dass von massgenau keine Rede sein konnte. Aber ich war ratlos. Woran liegt das? Habe ich mich schon wieder vermessen?

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Danke. Danke. Danke. Abnäher müssen weich auslaufen. Klingt logisch. Ich kann es gerade garnicht abwarten, nach Hause zu kommen und alles auszuprobieren. Ich halte Euch auf dem Laufenden.

Bis bald ihr Lieben,

Anne

*************

Learnings

  • genaues Massnehmen ist das A und O
  • Ausprobieren, Falsch machen, Lernen!!!
  • Nicht weiterkommen – Andere fragen!!!
  • Abnäher sind heilig!

[Titelfoto: Jenifer Burk]

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5 Kommentare

  1. Hallo Anne,
    erstmal zu Deinem Text. Schreibblockaden kennt wohl jeder und Du hast es perfekt gemeistert. Ist wie beim Rock nähen. Erstmal anfangen.
    Ich habe nach dem Buch auch schon einige Grundschnitte erstellt mit genau der Motivation, die Du auch hast. Einerseits die Logik verstehen und andererseits freier seine eigenen Schnitte hinzubekommen. Von letzterem bin ich noch weit entfernt, Ich hätte nicht gedacht, dass ich beim Nähen mal so sehr vom Taschenrechner auf dem Handy abhängig wäre (bin eine miserable, nee, gar keine Kopfrechnerin). Und Geduld ist auch nicht meine Stärke.
    Was mir aber zusätzlich geholfen hat, ist gekaufte Kleidung aufzutrennen und abzuändern. Da sieht und lernt man auch sehr viel.
    Dazu habe ich noch ein paar andere Bücher über Schnittkonstruktion und Schnittanpssungen, die zwar weniger genau wie das obige Buch sind, aber sehr hilfreich.
    Ich wünsche Dir noch viel Erfolg mit Deinem Rock! Bleib dran – irgendwann klappt es.
    Ganz liebe Grüße, Julia

    Gefällt 1 Person

    • Danke Julia! Du sprichst mir aus der Seele 😀 Und der Tipp mit der gekauften Kleidung ist prima. Ich habe gestern auch schonmal zwei Massröcke aus dem Fundus unserer Grosstante studiert…wirklich interessant, was man daran noch so alles lernen kann – nur das Kopfrechnen will auch bei mir nicht immer so wie es soll.
      Liebe Grüße auch an Dich, Anne

      Gefällt mir

  2. alttrifftneu sagt

    Anne, ich kenn das! Man hat einen Plan, dann kommt die kreative Phase und dann folgt die Unzufriedenheit! Schreibblockkade inklusive! Vielleicht müssen wir wirklich noch etwas Geduld üben, aber es ist auch völlig ok etwas unperfektes zu zeigen. Schließlich sind wir ja nicht als Meister vom Himmel gefallen! Dein Post ist also perfekt-unperfekt! ❤
    Liebe Grüße, Sternchen

    Gefällt 1 Person

  3. Pingback: Schmulen bei den Profies – was ich mir bei den Gekauften abgucke | CUT.SEW.LOVE.

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