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Nähen mit Leder – kleine Tippkiste

Ich liebe Leder – ich liebe es, Leder anzufassen, Leder zu riechen, Leder zu tragen und da man beim Nähen von Leder gleich alles zusammen hat, liebe ich es, mit Leder zu arbeiten.

Nur Leder verzeiht nix – und damit meine ich wirklich nix. Ich zeige Euch, welche Tricks ich mir angeeignet habe, damit’s schön wird. Hier am Beispiel des Fussteils für die Espandrilles, die ich für den Prymcontest mache.

1. Kleben ist das (neue) Feststecken

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Diesmal hat mir statt des Klebestiftes ja das Stylfix von Farbenmix zur Verfügung gestanden, sodass ich es gleich ausprobieren wollte. Und siehe da, es ist perfekt geeignet, wenn ihr Leder auf Leder oder Leder auf Stoff fest“stecken“ wollte. Ich habe Stylefix mit der Maschine noch nicht probiert, da bisher nur mit dem Klebestift. Das gute dabei ist, der bleibt auf jeden Fall nicht an eurer Nähmaschinennadel kleben.
Falls Ihr doch auf Feststecken nicht verzichten wollt, dann besser nur im Nahtzugabenbereich, alle anderen Einstiche sieht man sonst nachher.

2. Kleine Helfer für eine saubere Naht per Hand

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Um die Naht mit genauem Abstand zu positionieren, eignet sich der Kantenzieher. Mit diesem Werkzeug könnt ihr auf dem Leder genau zur Aussenkante eine dünne Linie prägen, auf der dann Eure Naht sitzen wird. Manchmal empfiehlt es sich, das Leder etwas anzufeuchten. Um mit ordentlich Druck an der Kante entlangzuziehen, solltet ihr eine feste Unterlage nehmen.

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Mit dem sogenannten Prickrad oder Rädchen könnt Ihr dann Eure Stichlänge wählen. Es sieht aus wie ein Kopierrädchen, wie ihr es bestimmt vom Schnittmuster übertragen kennt. Es gibt verschiedene Abstände, sodass ihr in den Halter das Rädchen einsetzt, mit dessen ´Pickse`-Abstand ihr zufrieden seid. Bei mir entspricht das immer in etwa einer 3er bis 4er Stichlänge auf meiner Nähmaschine. Mit dem Prickrad macht ihr allerdings noch keine Löcher ins Leder, ihr markiert zunächst die Durchstechpunkte.

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Die Löcher zum Nähen werden nun mit der Ahle – am besten scharf und spitz – durchstochen. Dabei sollte der Durchmesser in etwa Eurer Garnstärke entsprechen. Ich habe es mir angewöhnt, immer nur 3 bis 4 Löcher vorzustechen. Denn wenn ihr nicht schnell genug seid und Euer Leder eine gute Qualität hat, schließen sich die Löcher einfach wieder und ihr müsst eh nochmal nachstechen. Um sich einen Arbeitsschritt zu sparen, könnt ihr auch eine automatische Ahle benutzen – so wie milomaterialgirl auf nalana.com für ihre Espandrilles.

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3. Backpapier oder Butterbrotpapier – damit fluschts unterm Fuss

Noch ein Tipp, für alle die lieber mit der Nähmaschine nähen: Falls Ihr keinen Teflonfuss habt oder einen Obertransportfuss (habe ich alles auch nicht), dann legt zwischen Leder und Fuss einen Streifen Butterbrotpapier oder Backpapier. Leder hat nämlich die Eigenschaft, am Nähmaschinenfüsschen zu Kleben und somit gelingt Euch keine exakte Naht bzw. Stichlänge. Nach dem Nähen könnt Ihr das Papier einfach vorsichtig abreissen.

5. Nadeln und Faden

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Wenn ihr mit Leder arbeitet, egal ob mit der Nähmaschine oder mit der Hand, dann achtet immer auf Ledernadeln und das entsprechend starke Garn. Ledernadeln sind vorne geschliffen wie kleine Messer und helfen euch, besser durch das Material zu gleiten. Ich habe hier die Espandrilles Nadeln von Prym genommen, da ich die Löcher schon groß genug mit der Ahle vorgestochen habe, das hat auch prima funktioniert.

Ich hoffe, ich könnte Euch ein bisschen Lust auf mein Lieblingsmaterial machen. Ich setz mich nun wieder an die Schuhe, sollen ja bis zum 23.6.2015 fertig werden.

Ich wünsche euch einen schönen Sonntag und guten Start in die Woche.

`Sew U´- Anne

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in: Anleitungen

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Ich bin Anne, lebe seit ein paar Wochen im schönen Bergischen Land und ich liebe das Nähen. Dabei vor allem das Weiterverwenden vorhandener Materialien - Upcycling. Ich nähe aus Deinen abgelegten Erinnerungsstücken ein neues Lieblingstück für Dich. In meinem Blog schreibe ich über die Näh-Projekt und die Menschen hinter den Lieblingsstücken - also gern auch über Dich.

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